Posts Tagged ‘dsiga vertov’

Saturday, September 25th, 2010

dieser abschied von der autorenschaft eines menschen oder einer personengruppe hin zur massenautorenschaft wird, unserer ansicht nach, schnellstens zum untergang der bourgeoisen kunstkinomatographie und ihrer attribute fuehren

vorlaeufige instruktion an die zirkel des »kinoglaz« -- ii. die arbeitsweise des kinoglaz (1926)

jetz ahne ich langsam warum ich damals beim benjamin direkt in den copyfight-mode verfallen bin... kuehle sache 🙂

btw: unter mac os x.6 sl verwende ich auch nur noch rtorrent. dann habe ich mehr resourcen fuer firefox frei...

faszination vertov

Wednesday, September 8th, 2010

als ich damals nachts 'den mann mit der kamera' an die wand der m16 geworfen hab und wir um 3 im garten der m18 diesen gesehen haben und dabei der falk vorbei kam und wir ueber den film ins gespraech kamen, haette ich nicht erahnen koennen wie weitlaeufig das ganze mal noch werden sollte.
aber es ist angenehm zu sehen, dass man mit seiner faszination nicht alleine ist. die worte vertovs haben wahrscheinlich keinen deut an aktualitaet und radikalitaet verloren. sie sind immer noch ein wichtiges werkzeug fuer die 'proletarische kinomatographische revolution'.

Monday, September 6th, 2010

unsere wohnung beherbergt gerade die halbe filmcrew meiner recht erfolgreichen kunstdrama-regie-mitbewohnerin, fuer deren fruehstueck und auch zweimal fuer deren mittagessen ich verantwortlich bin. na jedenfalls wirkt es daher sehr abstrus, als man auf dem vertov* baute... zum glueck kannte ihn niemand.

* dem vertov, damit meine ich vertov -- schriften zum film

der mensch

Sunday, September 5th, 2010

der mensch, befreit von der kapitalistischen skalverei.
der mensch, befreit von dem zwang, ein »roboter« zu sein.
der mensch, befreit von erniedrigungen, von hunger, von arbeitslosigkeit, von armut, von verelendung.

der mensch in seinem recht auf arbeit, auf erholung, auf bildung.
der mensch in seinem recht auf schoepferische arbeit, in seinem ueppigen produktiven wachstum, in seiner beherrschung der technik, in seiner beherrschung der kraefte der wissenschaft, der literatur, der kunst.

dsiga vertov: ueber die organisation eines schoepferischen laboratoriums (1936)

ein kommentar zu google streetview

Thursday, August 19th, 2010

natuerlich koennte ich mich in dieser, fuer mich schon seit einer ewigkeit andauernden, debatte einreihen, aber ich bin muede! wir reden uns die zungen fusslig, die muender trocken und die lippen sproede! ueber den schutz und wichtigkeit der anonymitaet, ueber die kulturelle unsinnigkeit von urheberrecht, ueber das versagen des kapitalismus (nicht erst seit der erfindung des computers) und es nimmt kein ende! daher lasse ich vertov fuer mich sprechen, dessen thesen zum film und sein verstaendniss von technik auch 87 jahre spaeter keinen deut an aktualitaet verloren haben.

"Ich bin Kinoglaz. Ein mechanisches Auge. Ich, die Maschine, zeige euch die Welt  so, wie nur ich sie sehen kann. Von heute an und in aller Zukunft befreie ich mich  von der menschlichen Unbeweglichkeit. Ich bin in ununterbrochener Bewegung,  ich nähere mich den Dingen und entferne mich von ihnen, ich krieche unter sie, ich  klettere auf sie, ich bewege mich neben dem Maul eines galoppierenden Pferdes,  ich rase in voller Fahrt in die Menge [...] befreit von zeitlichen und räumlichen  Eingrenzungen, stelle ich beliebige Punkte des Universums gegenüber, unabhängig  davon, wo ich sie aufgenommen habe. Dies ist mein Weg zur Schaffung einer neu-  en Wahrnehmung der Welt. So dechiffriere ich aufs neue die euch unbekannte  Welt."

Vertov, Dsiga (1923): „Kinoki – Umsturz“, in: F.-J. Albersmeier (Hg.): Texte zur Theorie des Films, Stuttgart: Reclam, 1979, S. 24-38.