ein kommentar zu google streetview

natuerlich koennte ich mich in dieser, fuer mich schon seit einer ewigkeit andauernden, debatte einreihen, aber ich bin muede! wir reden uns die zungen fusslig, die muender trocken und die lippen sproede! ueber den schutz und wichtigkeit der anonymitaet, ueber die kulturelle unsinnigkeit von urheberrecht, ueber das versagen des kapitalismus (nicht erst seit der erfindung des computers) und es nimmt kein ende! daher lasse ich vertov fuer mich sprechen, dessen thesen zum film und sein verstaendniss von technik auch 87 jahre spaeter keinen deut an aktualitaet verloren haben.

"Ich bin Kinoglaz. Ein mechanisches Auge. Ich, die Maschine, zeige euch die Welt  so, wie nur ich sie sehen kann. Von heute an und in aller Zukunft befreie ich mich  von der menschlichen Unbeweglichkeit. Ich bin in ununterbrochener Bewegung,  ich nähere mich den Dingen und entferne mich von ihnen, ich krieche unter sie, ich  klettere auf sie, ich bewege mich neben dem Maul eines galoppierenden Pferdes,  ich rase in voller Fahrt in die Menge [...] befreit von zeitlichen und räumlichen  Eingrenzungen, stelle ich beliebige Punkte des Universums gegenüber, unabhängig  davon, wo ich sie aufgenommen habe. Dies ist mein Weg zur Schaffung einer neu-  en Wahrnehmung der Welt. So dechiffriere ich aufs neue die euch unbekannte  Welt."

Vertov, Dsiga (1923): „Kinoki – Umsturz“, in: F.-J. Albersmeier (Hg.): Texte zur Theorie des Films, Stuttgart: Reclam, 1979, S. 24-38.

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